Voque 1307 . Das "Drecksding" raubt mir den letzten Nerv.

Grau ist alle Theorie. 
Tja, nun habe ich mich intensiv mit dem Hosenthema auseinandergesetzt und was msche ich....ich suche mir einen Schnitt, bei dem ich weder meinen Grundschnitt zu Rate ziehen kann noch wo ich anhand der gängigen Regeln Änderungen vornehmen kann.
Aber der Reihe nach.
Vor einigen Monaten sah ich hier bei Cennetta diesen Schnitt: Voque 1307. Hach, den musste ich einfach haben. Gedacht, getan, bestellt.
 Dann lag er wochenlang unbeachtet hier bei mir .
Bis bei Meikes Hosenthema September irgendjemand diesen Schnitt zeigte und in die nähere Auswahl zog.  
Nun habe ich zugeschnitten.  Knapp, wie immer zu wenig Stoff vorhanden. Keine Chance , versemmelte Teile nochmal zuzuschneiden. 
Aber seht selbst:
Hinten paßt die Hose gut, dafür vorn überhaupt nicht. Die Falten drehen nach außen.. Ich habe jetzt das obere vorder Hosenteil gekürzt, so wie ich es hier mit Seife angzeichnet habe. Mal sehen, wie das dann aussehen wird....die Seitennäht zieht es nach vorn... furchtbar!
Diese Hose habe ich insgesamt nur dreimal genäht gesehen. Weltweit. Nun weiß ich auch, warum.

Wenn ich das Oberteil so kürze wie abgesteckt, sollten wenigstens die Falten gerade fallen....hoffe ich...

Ich geh jetzt "nähbasteln". 
Herr, laß Geduld regnen....


Wie und in welcher Reihenfolge näht man eine Hose?

Zuerst  benötigt man einen Schnitt.Entweder selbst gemacht (hier klicken:http://naehfreundin.blogspot.de/p/schnittkonstruktion-und-hosen.html ) oder von einer gut sitzenden Hose abgenommen.

Bevor man mit dem Nähen beginnt, sollte man die zugeschnittenen Hosenteile in Form bügeln. Der Fachausdruck heiß DRESSIEREN. 
Vorausgesetzt natürlich,  daß man keinen Stoff mit Stretchanteil hat.

Dabei dehnt man den Stoff oder man hält ihn ein. In welche Richtung, das zeigt meine Skizze:

Engere Hosenbeine benötigen stärkere Formgebung als weite!


Zum Bügeln wird der Stoff angefeuchtet. Durch das Dressieren des Stoffs will man die Querfalten unter dem Gesäß verhindern.
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich ja nun schon etwas intensiver mit dem Nähen von Hosen. Dabei ist mir aufgefallen, daß in ausnahmslos allen modernen Nähanleitungen nichts von diesem Arbeitsschritt geschrieben wird. Warum? Sind die heutigen Schnittmuster so gut, daß man auf das Dressieren verzichten kann? Ich glaube nicht. Außerdem, so meine Erfahrung selbst mit meinem selbst erstellten Schnitt, kommt es nicht nur auf den Schnitt an, sondern vor allem auch  auf die individuellen Körperbesonderheiten jeder einzelnen Trägerin. Man kann also eine Hose nur gut sitzend hinbekommen, wenn man die Paßform am Körper individuell "modelliert".


Die Reihenfolge der Näharbeiten ist folgende:

  1. Abnäher
  2. Taschen
  3. Schlitz
  4. Seitennähte
  5. Schrittnähte
  6. Kreuznaht
  7. Bund
  8. Saum

Als Kreuznaht bezeichnet man die Naht, die die Hosenhälften verbindet. Bevor man diese Naht näht, muß man den Hosenbruch einbügeln (Bügelfalte). Dabei liegen Seiten- und Schrittnähte exakt aufeinander.
Die Bügelfalte wird auch bei Hosen eingebügelt, die später keine sichtbare Bügelfalte haben. Hier wird der Bruch nur kurz angebügelt, dann geheftet. der Hosenbruch/ Bügelfalte ist wichtig, um später die Paßform beurteilen und evtl. ändern zu können.


Paßformanalyse am lebenden Objekt.

Heute mal ein Post ohne Foto. Außerdem habe ich schon ein paar Tage überlegt, ob ich diesen Post überhaupt veröffentlichen soll, aber warum eigentlich nicht.
Ich bin Mitglied in einem Kampfsportverein. Aber keine Angst, ich bin nicht gefährlich ;-)
Die Damen treffen sich einmal in der Woche zum Fitnesstraining. Vor ein paar Tagen war ich mal wieder dort, nachdem ich nach der Sommerpause noch zweimal zwangsweise geschwänzt habe, wegen Elternabend und eines anderen Termines. Das war auch genau die Zeit, in der ich mich intensiv mit Paßformen und Proportionen beschäftigt habe. Jedenfalls konnte ich mich garnicht so recht auf das Training konzentrieren, denn meine Damen in ihren engen Outfits haben meine Augen magisch angezogen ....wirklich sehr interessant und lehrhaft. Ich kann euch sagen....herrje...das einzige, was während des Trainings angestrengt war, waren meine Stielaugen *grins*.....und mein Gehirn...

Es gibt sie nicht, die eine Hose/Hosenform, die allen paßt. Nein, das geht garnicht !!!!!!!


Aber was mich mal interessieren würde, ist folgendes:
Wie haltet ihr es eigentlich mit dem Sport? Regelmäßig, garnicht, ab und zu? Die Frage richtet sich eher an die über 40Jährigen, denn ab da verändert sich ja  -leider - der Körper.
Oder lebt ihr nach dem Motto "Ist mir doch wurscht?"

Ich wünsch euch ein schönes Wochenende, eine schöne , vielleicht kurze nächste Woche, ist ja Feiertag und vielleicht auch ein verlängertes nächstes Wochenende. Ich werde an meiner zugeschnittenen Voque-Hose weiternähen.

Herzliche Grüße
Susan

Der Weg zur perfekten Hose. Teil 6: Hosen-Grundschnitte.


Die Weite der Beine unterscheidet die verschiedenen Grundschnitte.
Von der Taille bis zur Mitte des Bauches liegen alle Hosen eng an.

Beim Hosenrock haben wir zwischen den Beinen viel Stoff. Er kaschiert kräftige Oberschenkel und versteckt den Bauch ein bißchen. Ein Hosenrock sollte aus dünnerem Stoff genäht werden, denn sonst fällt er nicht so schön. 

Bei der legeren Hose fallen die Hosenbeine gerade nach unten. Die Hosenbeine sollten am Oberschenkel nicht aufliegen.

Die Standardhose ist in der Regel die Ausgangsform für viele Modelle.  Sie umformt das Gesäß und liegt vorn am Oberschenkel auf. 

Die enge Hose formt Gesäß und Oberschenkel gut nach und liegt in der Regel am Unterschenkel an.

Die verschiedene Hosenformen unterscheiden sich also in der sogenannten Hosenausschnittweite und in der Oberschenkelweite.
Daraus folgt, daß sich die mir am besten passende Hosenform anhand meiner Gesäßform bestimmen sollte.
In diesem Post beschrieb ich schon einmal, daß ich ein sogenanntes flaches Gesäß habe. Daher benötige ich einen kleinere Hosenauschnittweite und eine kleinere Oberschenkelweite. 
Am besten jetzt den Post nochmal nachlesen und für die eigene  Figur überdenken!

Gesäßform und Hosenauschnittweite können nicht am Körper gemessen werden !
Man Ich muß genau hinsehen und kritisch betrachten, wie mein Körper geformt ist, muß meine Proportionen anhand von Fotos (besonders anhand von ehrlichen und ungeschönten Fotos) und vorm Spiegel kritisch betrachten.

Ich kann nicht jede Hose tragen. Enge Hosen gehen bei mir garnicht. Sie formen meine Problemzone, nämlich den Bauch zu sehr aus. Ich habe keine einzige Jeans im Schrank. Gefühlsmäßig habe ich in der Vergangenheit richtig entschieden. Jetzt weiß ich auch, warum.



Wofür nutze ich nun meine ganzen theoretischen Kenntnisse?
Antwort:
Wenn ich weiß, wo es klemmt, dann kommt der eine oder andere Schnitt garnicht erst in die enge Wahl.

Zwei Begriffe muß ich mir noch merken: Sitzlänge und Sitzhöhe.

Die Sitzhöhe ist der Abstand zwischen Taillenlinie und Schrittlinie. Die Sitzhöhe wird gemessen.

Die Sitzlänge ist kein Konstruktionsmaß.
Merke: Am Oberschenkel enge Hosen benötigen mehr Sitzlänge, da diese für das bequeme Hinsetzetn erforderlich ist. Daher habe ich hier etwas mehr Länge beim Stehen (Faltenbildung ?).

Fällt meine Hose unter dem Po faltenfrei, dann hat die Hose wenig Sitzlänge. Diese Hose ist dann auch am Oberschenkel weiter geschnitten.





Genug Theorie für heute.
Ich habe eine  "richtige" Hose , also diesmal keine Probehose mehr, zugeschnitten und habe angefangen zu nähen...man ich darf gespannt sein.

"Gefällt dir diese Hose jetzt eigentlich nicht wegen der Silhouette?"


...fragte Immi in den Kommentaren zu diesem Beitrag.

Nein, es ist mehr als das.
Nun, von der lausigen Paßform abgesehen, hätte ich schon gern Taschen auf der Hose.

Fange ich mal mit den hinteren Taschen an.

Die Frage ist:  Welche Tasche läßt meinen Po wie aussehen? 

Bild 1:  ohne Taschen...irgendwie fad

Bild 2:  kleine Taschen, die nah an der Schrittnaht mittig platziert sind....optisch ein kleinerer Po, diese 
           Taschenform ist demzufolge gut für Frauen mit großem Po geeignet

Bild 3: große breite Taschen, die außen nicht zu nah an der Mittelnaht sitzen, tragen auf.  Das ist etwas für                Frauen mit kleinem Po .

Bild 4:  Schlitztaschen.... ideal für zierliche Frauen mit wenig Po

Bilder 5 und 6: Taschen mit Applikationen, Klappen, aufgesetzte Taschen, dicke Nähte, geben Volumen bei           einem flachen Po... das ist was für mich!

Bild 7:  Klappentaschen, hier nur kurze Oberteile oder die Oberteile in die Hose stecken, denn sonst trägt es            hinten auf












Und sonst?

Ich müßte die Taille vertiefen.  Das geht, sollte auch kein Problem sein. Mit ein bißchen Glück brauch ich nicht mal an den Abnähern etwas zu ändern.. Und die Länge: keine Frage und kein Problem.


Ich merke schon, daß das Thema Hosen für mich  doch noch nicht abgeschlossen ist. 
Mein nächster Post behandelt das Thema Hosenformen.